Expertin für Klinikkommunikation

Digitalisierung: Chancen und Herausforderungen im Klinikalltag

Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und hat mittlerweile – neben vielen anderen privaten und geschäftlichen Bereichen – Einzug in das Gesundheitswesen gehalten. Digitale Prozesse können dazu beitragen, Arbeitsabläufe zu verschlanken, effizienter zu gestalten und damit Zeit zu gewinnen – Zeit, die unter Umständen über die Gesundheit eines Patienten entscheidet. Zudem sorgen digitale Prozesse regelmäßig für eine deutliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit, sobald eine „Ein- und Umgewöhnungsphase“ durchlaufen wurde.

Zu häufig genannten Digitalisierungsmaßnahmen, die in einigen Kliniken in der Prüfung sind oder sogar bereits realisiert wurden, gehören unter anderem die Anbindung von technisch-medizinischen Geräten an das Krankenhaus-Informations-System (KIS) und der Einsatz von Tablet-PCs oder Smartphones zum Austausch von medizinischen Patientendaten. Aber auch die Robotik hält Einzug sowie die ersten elektronische Akten, die langfristig zum Papierlosen Krankenhaus führen werden. Daneben kommt die Einführung der „elektronischen Gesundheitsakte“ (eGA § 68))  nur schleppend voran – Arztpraxen und Krankenhäuser sollen aber bis August 2019 laut dem E-Health Gesetz flächendeckend an die dafür notwendige Telematik-Infrastruktur angebunden werden.

Newcomer liefern digitale Lösungen und geben die Geschwindigkeit vor

Aktuell ist zu beobachten, dass junge Start-Ups bekannte Unternehmen wie Siemens, SAP oder T-Systems mit ihren Lösungen und Ideen am Markt überholen und so die Marschroute vorgeben. Im Gesundheitswesen steht die sektorenübergreifende (Vernetzung der ambulant, stationär und nachstationären Versorgung) Kommunikation im Mittelpunkt, die mit digitalen Lösungen und Vernetzungen zu schnelleren Diagnose- und Behandlungsergebnissen führen kann. Dieser Anforderung stellen sich zurzeit besonders Newcomer, die passgenaue Lösungen für eine digitale Zukunft entwickeln – bei der Suche nach gelungenen Produkten sollten unbekannte bzw. wenig bekannte Unternehmen also nicht außen vor gelassen werden, wie z.B. die Firma Allm mit der Kommunikationsapp Join, wenn Zeit eine Rolle in der Diagnosefindung (Stroke oder Organtransplantation) spielt oder das Start-Up-Unternehmen Clinicserve, die sich auf Appanwendungen in der Pflege spezialisiert haben.

Erfolgsfaktor Mensch: Steuert und kommuniziert auch weiterhin – nur anders!?

Die mit der Digitalisierung verbundenen Neuerungen sorgen im Gesundheitswesen für viele Vorteile und steigern die Effizienz verschiedenster Arbeitsabläufe und damit auch die Behandlungsqualität am Patienten. Sie können aber auch zu neuen Herausforderungen führen und verändern die Kommunikation, den Umgang miteinander.

Digitalisierung kann nur funktionieren, wenn alle daran Beteiligten zusammenarbeiten, die Vorteile verstehen und sich der Veränderung gemeinsam stellen. Zudem erfordert „digitale Kommunikation“ Aufmerksamkeit und genaues Wissen über ihre Funktionsweise, um Missverständnissen und Konflikten vorzubeugen. Ängste, Befürchtungen und Fragen der Mitarbeiter, die den Umgang mit digitalen Strukturen und Prozessen betreffen, sollten von Führungskräften unbedingt ernst genommen werden – das persönliche Miteinander darf nicht zu kurz kommen, auch und ganz besonders im Rahmen der Digitalisierung.

Innovation, Revolution und Evolution!

Jeder, der im Gesundheitswesen beschäftigt ist, sollte sich für die Chancen öffnen, die die Digitalisierung bietet.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte aber, dass die Digitalisierung mit einem gewissen Investitionsaufwand verbunden ist. Zusammen mit einem eventuell notwendigen Schulungsaufwand für Mitarbeiter sind es meist die Kosten, die verhindern, dass digitale Lösungen eingeführt werden. Hier handelt es sich aber um eine wichtige Investition in die Zukunft – mit einer nachhaltigen Strategie und den richtigen Partnern kann Digitalisierung zuverlässig und ohne größere Hürden gelingen.

Der Lohn der Mühe: Effiziente, wirtschaftlichere Prozesse, mehr Zufriedenheit bei Patienten, Mitarbeitern und einweisenden Ärzten, eine höhere Servicequalität sowie eine langfristig gesicherte Marktposition.

Expertin für Klinikkommunikation

Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation

Mit einem neuen Referentenentwurf will Bundesgesundheitsminister Spahn die digitale Versorgung verbessern. Dabei geht es um Anwendungen wie digitale Tagebücher für Diabetiker oder Apps für Menschen mit Bluthochdruck. Außerdem sollen sich Daten der Patienten in absehbarer Zeit in einer elektronischen Patientenakte speichern lassen. Und auch die Videosprechstunde soll Alltag werden.

Die wichtigsten Inhalte des Digitale-Versorgung-Gesetzes:

Patienten sollen einen Anspruch darauf haben, dass Ärzte – auch in Krankenhäusern – ihre Arztdaten in die elektronischen Patientenakte eingeben. In der Detailbegründung des Referentenentwurfs heißt es, dass die Krankenhäuser dafür einen Zuschlag je voll- und teilstationärem Fallentstehen erhalten sollen. Bislang sind die Krankenkassen dazu verpflichtet, spätestens ab 2021 ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte anzubieten. Darin sollen zudem auch Impfausweis, Mutterpass, das U-Heft für Kinder und das Zahn-Bonusheft gespeichert werden können.

Krankenhäuser sollen bis März 2021 dazu verpflichtet werden, sich an die Telematik-Infrastruktur anschließen zu lassen. Reha-Kliniken sollen die Möglichkeit dazu bekommen. Die Ausstattungs- und Betriebskosten für die freiwillige Anbindung werden erstattet.

Ärzte sollen ihren Patienten künftig geprüfte digitale Gesundheitsanwendungen verschreiben können. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen neue Anwendungen demnach zunächst ein Jahr lang vorläufig erstatten. In dieser Zeit muss der Hersteller den Nutzen nachweisen und anschließend mit dem GKV-Spitzenverband den Preis verhandeln.

Das Angebot von Videosprechstunden soll zudem erleichtert werden. Telekonsile unter anderem sektorenübergreifend ermöglicht und extrabudgetär vergütet werden.

Das Bundesgesundheitsministerium plant zudem eine elektronische Heil- und Hilfsmittelverordnung. In Pilotprojekten soll getestet werden, wie diese digital gespeichert und elektronisch an den Therapeuten übermittelt werden können. Der Versand von Arztbriefen per Fax soll zudem deutlich schlechter bezahlt werden. Damit soll der elektronische Arztbrief attraktiver werden.

Das BMG plant zudem, den Innovationsfonds bis 2024 zu verlängern und mit 200 Millionen Euro fortzuführen. Erfolgreiche Ansätze sollen schneller in die Versorgung kommen, heißt es.

Den kompletten Artikel „Lob für Spahns Digitalisierungsgesetz“, 16.05.19  finden bei Bibliomed Manager 

Eine Aktuelle Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Deutschen sehen in der Telemedizin einen Weg, den Ärztemangel auf dem Land zu kompensieren. In einer repräsentativen Umfrage des Apothekenmagazins „Senioren Ratgeber“ sagten 63,1 Prozent der Frauen und Männer, gerade in ländlichen Gebieten könne die Fernbehandlung eine mögliche Unterversorgung mit Medizinern sehr gut ausgleichen.

Allerdings befürchten zugleich 63,4 Prozent der Deutschen, dass Ärzte, die per Telemedizin behandeln, vor Ort in den Hausarzt- und Facharztpraxen fehlen. Und für 72,9 Prozent der Frauen und Männer käme eine Fernbehandlung im Rahmen der Telemedizin nur in Frage, wenn diese durch einen ihnen schon vorher persönlich bekannten Arzt erfolgt…  Weiter   

Die Reise der Digitalisierung

Schaue ich durch die Brille der Kommunikationsberaterin, so sehe ich in dem Voranschreiten der Digitalisierung, sowohl  Chancen, die bei der jeweiligen Umsetzung zu berücksichtigen sind. Hinzu kommen noch die ständigen Neuerungen im Markt, die die Gesundheitslandschaft und das Arbeiten im Gesundheitswesen verändern.

Gegenseitiges Vertrauen, Loyalität, Zufriedenheit und Freude an der Arbeit werden häufig zu Fremdwörtern – nicht nur im Krankenhaus. Politik, Markt und Industrie setzen die Akteure unter Druck und geben wenig Luft zum Atmen. Das Management in den Kliniken reagiert darauf und dreht meist am Personalschlüssel. Dadurch sinkt das Vertrauen der Mitarbeiter gegenüber den Führungskräften; die Unzufriedenheit und die Ängste nehmen zu. Es ist keine begrüßenswerte Entwicklung, wenn die Mitarbeiter, das wichtigste Gut im Gesundheitswesen,  auf der „Reise der Veränderungen und in die Digitalisierung“ vergessen werden.

Mein Tipp: Gestalten Sie den digitalen Wandel aktiv!

Nehmen Sie nicht nur ihre Mitarbeiter mit, sondern vernetzen Sie sich dort, wo es Sinn macht, gemeinsam nach (digitalen) Lösungen zu suchen, bevor Sie im Wettbewerb unterzugehen.

Dabei sollte nicht vergessen werden, das der Informationsaustausch und damit das Thema Kommunikation so alt ist wie die Menschheit. Sie regelt den Umgang miteinander und macht es erst möglich, dass Informationen von A nach B gelangen und Bedürfnisse erkannt werden. Ein Teil dieses Miteinanders findet immer mehr über smarte und digitale Hilfsmittel, wie z.B. Smartphones, I-pads oder ähnlichem statt. Dabei verschwinden zwei Funktion der Kommunikation, die Körpersprache und die Stimme, die zusammen mit über 90% für das Gelingen der Kommunikation verantwortlich sind. Auch wenn die Digitalisierung gleichzeitig neue Chance für die Patientenversorgung und Mitarbeiter eröffnet, sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass die digitale Anwendungen mit einem gewissen Investitionsaufwand verbunden sind. Zusammen mit einem eventuell notwendigen Schulungsaufwand für Mitarbeiter sind es meist die Kosten, die verhindern, dass e-health Lösungen eingeführt werden. Dabei handelt es sich aber um eine wichtige Investition in die Zukunft, der Arbeitswelt 4.0!

Den Wandel mit einer nachhaltigen Strategie und den richtigen Partnern zu gestalten, sollte Ziel eines jeden Change-Management-Prozesses sein. So kann auch das Thema Digitalisierung zuverlässig und ohne größere Hürden gelingen und die internen Widerstände reduzieren.

Zielgerichtetes Marketing ist unumgänglich für das Bestehen am Markt

Krankenhäuser stärken ihre Marktposition durch zielgerichtetes Marketing und sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit – und können damit langfristig für mehr Patienten sorgen.

Informative Webseiten, gelungene Auftritte in den sozialen Medien und eine effiziente Kommunikation mit Patienten und niedergelassenen Ärzten helfen dabei, vorhandene Potenziale voll auszuschöpfen. Krankenhäuser stecken seit jeher in einem kleinen Dilemma: In der öffentlichen Wahrnehmung verfolgen Kliniken das Ziel, kranke Patienten gesund zu machen. Gleichzeitig sind sie aber auch Wirtschaftsunternehmen. Damit die wirtschaftliche Existenz langfristig gesichert ist, unterstützen neben einer klaren medizinischen Ausrichtung verschiedene Faktoren die Beständigkeit. Dazu gehört – neben nachhaltiger Personalplanung und optimierten Patientenprozessen – nicht zuletzt ein gelungenes Marketing, das sowohl niedergelassene Ärzte als auch Patienten als mündige, informierte Kunden berücksichtigt.

Marketing wird stiefmütterlich behandelt

Aktuell wird Marketing in vielen Häusern immer noch stiefmütterlich behandelt und bei der Geschäftsführung und den Ärzten zu wenig als zentrales Management-Werkzeug gesehen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Marketing und Öffentlichkeitsarbeit kosten Geld, der Erfolg ist nicht direkt messbar. Marketing passt nicht zum „klassischen“ Selbstverständnis eines Krankenhauses. Zudem reagieren Kliniken aufgrund ihrer Mitbewerber, anstatt im Markt zu agieren, und verspielen dabei große Chancen, ihre Marktposition und ihr Image zu stärken. Die meisten Kliniken haben zwar eine eigene Homepage, vernachlässigen bei ihrem Online-Auftritt aber wichtige Eigenschaften wie Aufbau (Menüstruktur & Navigation), Funktion (Blogs), Inhalte (Textaufbau, Bilder, Grafiken) und Benutzerfreundlichkeit (Schriftgröße, Barrierefrei).

Wird trotz aller Vorbehalte beschlossen, einen vorhandenen Internetauftritt zu optimieren, sind meist nur geringe Budgets und keine langfristig angelegte Strategieplanung vorhanden; die Frage nach dem Ziel einer Homepage (Patientengewinnung oder Imageaufbau) und nach der Zielgruppe bleiben unbeantwortet. Oft fehlen auch die notwendige Manpower und entsprechendes Expertenwissen. Stattdessen wollen sich erfahrungsgemäß die Ärzte nach ihren Vorstellungen im Internet verwirklichen, was gefühlt zu endlosen Diskussionen führen kann, bis am Ende die Geschäftsführung entscheidet. Gleichzeitig fehlt in der Führungsetage das Verständnis für die heutige „Online-Welt“ mit Facebook, Twitter oder Instagram. Diese Angebote werden von den „Babyboomern“ in leitender Funktion noch zu oft als nicht umsatzrelevant angesehen…

Den kompletten Artikel finden Sie auf KMA-Online – Themenwelten – Klinikberatung

 

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Trends erkennen, sich öffnen und nicht verschliessen, Mehrgenerationen und Schnittstellen managen – Führung ist gefragt!

Meine Eindrücke zum 17. Europäischen Gesundheitskongress München

  • Ich weiss jetzt wer Vivy ist, Daniel Bahr auch! – Eine digitale Patientenakte verwaltet Dokumente, informiert und fördert die Kommunikation, auch Sektorenübergreifend.
  • Die Herausforderung auf Station: Mehrgenerationen managen und der Y-Generation eine Chance geben!
    #YGeneration will wahrgenommen und integriert werden, sie wollen verstehen & gehört werden… Generationen treffen aufeinander und transparente #Kommunikation ist gefragt…liegt nicht jedem, kann aber gelernt werden… gesundkommunizieren
  • Dr. Gottfried Ludewig, MdA, Abteilungsleiter – Digitalisierung und Innovation, Bundesministerium für Gesundheit –  bringt es auf den Punkt: 14 Jahre Gematik sind zu viel. Es muss nicht immer alles perfekt sein, lasst uns starten! Geld alleine ist nicht das Problem!
  • Das kleine Land Estland zeigt Deutschland, wie digitale Lösungen funktioniert: Beginnend mit einem Prozess, doch diesen bitte konzequent digital abgebildet…
  • „Dänische Qualitätsinitiative“ eine beeindruckende Strategie und deren Maßnahmen, doch will Deutschland seine Klinikstandorte auch auf ein minimum reduzieren?!

 

Die Fuldaer Gesundheitsexpertin Nicole Weider stellte gemeinsam mit den Programmierern aus Tokio Kommunikations-App Join vor, die bereits in Essen erfolgreich eingesetzt wird: „Durch die Beschleunigung der Kommunikation wird die Patientenversorgung nochmals deutlich verbessert.“ Zeit sei in der Medizin ein entscheidender Faktor.

Jede Sekunde zählt
Bei der internen Kommunikation im Rettungsdienst zählt manchmal jede Sekunde. Beim DRK Fulda soll eine eigens konzipierte App zukünftig die Kommunikation unterstützen, um Daten sicher und zeitnah für die bestmöglichste Versorgung des Patienten übertragen zu können.
Hintergrund: JOIN ist eine mobile Datenkommunikationslösung, die betriebsintern, aber auch Kliniken und anderen kooperierenden Leistungserbringern des DRK-Rettungsdienstes eingesetzt werden kann. Wenn nötig, bietet die Software sogar Lösungen, um Röntgenbilder, medizinische Daten, Fotos oder auch Filme zu übertragen.
 
Pressemeldung 7.07.2018 „DRK Fulda startet Pilotprojekt – App soll Kommunikation unterstützen“  auf  Osthessen-Zeitung 
Pressemeldung 9.07.2018  „DRK Fulda startet Pilotprojekt zur Kommunikationssteigerung in der Patientenversorgung“
auf Fuldainfo
 
Hintergrund: Join ist eine mobile Datenkommunikationslösung, die betriebsintern, aber auch Kliniken und anderen kooperierenden Leistungserbringern des DRK-Rettungsdienstes eingesetzt werden kann. Wenn nötig, bietet die Software sogar Lösungen, um Röntgenbilder, medizinische Daten, Fotos oder auch Filme zu übertragen.