Ich hatte den Traum ein Buch zu schreiben und all mein Praxiswissen zwischen zwei Buchdeckel zu packen, um Teams in Krankenhäusern Tipps für einen besseren Arbeitsalltag an die Hand zu geben.

Nun ist es soweit: Im Kohlhammer-Interview spreche ich nicht nur über mein Buch und seine Entstehungsgeschichte sondern gebe auch eine Einschätzung über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Teamarbeit in den Kliniken.

Bitte beschreiben Sie dem Leser das Haupt­an­liegen Ihres Buches in drei Sätzen!

Das Buch informiert darüber, wie Teams und Füh­rungs­kräfte im Kranken­haus vor­berei­tet und ge­stärkt auf die Ver­ände­rungen im Gesund­heits­wesen, wie bspw. die Digi­tali­sie­rung oder den Fach­kräfte­mangel, rea­gie­ren können. Neben den An­for­derun­gen an die Stations­leitung von morgen wer­den Grund­lagen für ein gelun­genes Mit­einan­der ver­mit­telt, sodass Miss­verständ­nisse in (inter­diszi­pli­nären) Teams früh­zei­tig auf­ge­deckt werden können oder erst gar nicht ent­stehen. Dabei spielt der Um­gang mit­ein­ander eine große Rolle, wes­halb ein Schwer­punkt des Buches auf Kom­muni­kations­wegen und -tech­niken liegt.

Können Sie uns kurz er­klä­ren, was das Beson­dere an Team­arbeit im Setting Kranken­haus ist?

Im Krankenhaus arbeiten viele Ex­per­ten mit unter­schied­li­chem Wissen zu­sammen. Sie haben ein gemein­sames Ziel – die Gesund­heit der Patien­ten soweit wie mög­lich wieder­her­zu­stellen. Doch leider scheitert das Mit­einander oft daran, dass in Kliniken vieler­orts noch nach kon­ser­vativen, hier­archi­schen Struk­turen geführt wird. Mit zu­nehmen­der Komple­xität der Behand­lungen bedarf es jedoch viel­mehr inter­diszi­pli­närer oder auch inter­profes­sionel­ler, sektoren­über­grei­fend agie­ren­der Teams, die über kurze Wege gesteu­ert werden.

Was war Anlass und Ziel Ihres Buches?

In meinem Arbeit­sall­tag als Organi­sations­bera­terin habe ich mit verschie­denen Menschen und Berufs­gruppen zu tun, die alle ein gemein­sames Ziel haben – eine mög­lichst opti­male Patien­ten­versor­gung zu ge­währ­leis­ten. Doch der All­tag sieht oft anders aus: Die Ak­teure im Gesund­heits­wesen sind auf­grund der zuneh­menden Arbeits­verdich­tung über­las­tet, die eige­nen Struk­turen block­ieren, der Blick­winkel ist ein­ge­schränkt. Die Folge: unnö­tige Graben­kämpfe in Teams, gefolgt von demo­tivier­ten und über­laste­ten Mit­arbei­tenden – bis hin zur Gefähr­dung der Patien­ten­versor­gung.

Das Buch soll daher Führungs­kräfte wie Stations­mitar­bei­tende gleicher­maßen dazu an­regen, sich wieder auf das Wesent­liche, die eigene Rolle und die damit ver­bunde­nen Auf­gaben und Ver­antwor­tungen zu fokus­sieren, mit Freude zur Ar­beit zu gehen und sich gemein­sam als Team den Ver­ände­run­gen im Gesund­heits­wesen zu stellen.

Was ist die Beson­der­heit bzw. der beson­dere An­satz Ihres Buches?

Das Buch ist in einzel­ne, für sich stehen­de Kapi­tel unter­teilt. Dabei war es mir wich­tig, dass es kein Buch fürs Regal wird. Es soll viel­mehr ein Alltags­beglei­ter sein, der griff­bereit auf dem Schreib­tisch steht, um schnell etwas nach­zu­schla­gen, und der auch zum aus­giebi­gen Selbst­studium ge­nutzt werden kann. Durch die bei­den Figu­ren – Katja, Stations­leitung, und Meik Kranken­pfleger –, die durch das Buch führen, finden sich die Lese­rinnen und Leser in ihrem eige­nen All­tag wieder. Am Ende der einzel­nen Kapi­tel gibt es zusätz­lich prak­tische All­tags­tipps von Katja, die die theo­reti­schen Grund­lagen und Regeln veran­schau­lichen.

Aus Anlass der aktuel­len Situa­tion –

wirkt sich die Corona­krise Ihrer Ein­schät­zung nach auf die Team­arbeit im Kranken­haus aus und welche beson­deren Heraus­forde­run­gen stellen sich für Stations­lei­tun­gen, aber auch für die ein­zel­nen Team­mit­glieder?

Die Corona­krise stellt Teams in drei Be­rei­chen auf die Probe:

1) Umgang mit Verän­de­run­gen – Wie geht jeder ein­zelne mit der Si­tua­tion um, zu­ver­sicht­lich und offen oder ängst­lich und zurück­hal­tend?

2) Team­zusam­men­halt – Einer für alle und alle für einen oder bil­den sich Grüpp­chen oder werden die Mit­arbei­ter gar zu Ein­zel­gän­gern?

3) Loya­li­tät zur Füh­rungs­kraft – Stehen die Mit­arbei­tenden hinter ihrer Füh­rungs­kraft, füh­len sich ver­stan­den und rea­gie­ren mit Ver­trau­en?

Die besonderen Herausforderun­gen sehe ich bei den Füh­rungs­kräf­ten. Die Mit­arbei­tenden sind vor­sichti­ger, ange­spann­ter und schnell kann sich dabei im Ton ver­grif­fen werden. Die Stim­mung auf Sta­tion kann da­durch kippen und zwi­schen Un­ruhe und/oder Aktio­nis­mus wech­seln. Hinzu kommen noch die persön­li­chen Ängste und Pri­vat­situa­tio­nen der Ein­zel­nen, auch die der Füh­rungs­kraft.

Eine starke Füh­rungs­per­sön­lich­keit ist ge­fragt! Zeit für Ge­sprä­che, die Mit­arbei­ten­den dort ab­holen, wo diese gerade stehen, au­then­tisch und em­pa­thisch sein, Trans­parenz zeigen und klare Vor­gaben kön­nen an dieser Stelle helfen.

Zeichnen sich Ihrer Ansicht nach be­reits As­pek­te ab, durch die Teams im Kranken­haus ge­stärkt aus der ak­tuel­len Corona­krise heraus­gehen können?

Ja, das finde ich schon. Den ers­ten As­pekt sehe ich darin, dass die Pflege­mit­arbei­ter und alle wei­te­ren Mit­arbei­ter in der Klinik eine neue Wert­schät­zung durch die Gesell­schaft und die damit ver­bun­dene „Sys­tem­rele­vanz“ er­fah­ren.

Die Tat­sache, dass alle Mit­arbei­ten­den im gleichen Boot sit­zen, ver­än­dert nicht nur die per­sön­li­che Ein­stel­lung zu sich selbst und zur Ar­beit, sie wirkt sich auch posi­tiv auf den „Team­spi­rit“ aus, worin ich den zweiten As­pekt sehe. Die bis dato geleb­ten imagi­nären Schran­ken zwi­schen den Fach­abtei­lungen werden durch­brochen. Es fin­det eine neue Art der Zusam­men­ar­beit statt. Aus den vie­len klei­nen Teams wird ein großes „WIR“.

Das Interview führte Rieke Barbek aus dem Lek­torat des Bereichs Kranken­haus/Gesundheits­management.

Nicole Weider
Teamarbeit im Krankenhaus
Handlungswissen für erfolgreiche Zusammenarbeit

2020. 194 Seiten, 11 Abb., 11 Tab. Kart. € 29,–
ISBN 978-3-17-033100-6

Das komplette Interview finden Sie auf dem Kohlhammer-Blog.

In dieser turbulenten Zeit krempeln alle im Gesundheitswesen kühn und unerschrocken die Ärmel hoch. Für eine bestmögliche Performance im Team brauchen Mitarbeiter genau jetzt Orientierung durch eine wirksame Führung.

An alle Führungskräfte, die unter Quarantäne stehen:

In Zeiten von #Corona lassen Anspannungen, Ängste und Stress wenig Zeit für klare Gedanken. Schnelle Handlungen sind gefragt und oft bleibt die Kommunikation dabei auf der Strecke.

Führungskräfte sind an dieser Stelle gefordert SOUVERÄN zu handeln – in der Corona-Krise GELASSEN, KOMPETENT und STARK von den Mitarbeitern wahrgenommen zu werden.

Nutzen Sie die Zeit der freiwilligen Quarantäne, planen Sie ihre Führungsstrategien.

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Fachbuch, Teamarbeit im Krankenhaus

Corona-Krise, wie gehe ich im Klinik-Alltag damit um?

In Zeiten von #Corona ist Kommunikation und Transparenz in den Kliniken mehr denn je gefragt.
Krisen sind äußerst dynamisch, kaum kontrollierbar und sehr komplex. Unter enormen Zeitdruck müssen weitreichende Entscheidungen getroffen werden. Von jedem einzelnen im Team. In solchen herausfordernden Situationen treffen

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