IT-Wissen im Krankenhaus verstehen – statt nur neue Systeme einzuführen

Digitalisierung ist längst Teil des Klinikalltags. Neue Dokumentationssysteme, digitale Patientenakten, Anwendungen der Telematikinfrastruktur oder erste KI-gestützte Lösungen halten Schritt für Schritt Einzug in unsere Organisationen. Und dennoch erlebe ich in meiner Arbeit mit Krankenhäusern immer wieder eines ganz deutlich: Viele Mitarbeitende fühlen sich nicht wirklich mitgenommen.

Es mangelt nicht am Willen. Es mangelt an verständlicher Einordnung.

Zwischen Visite, Personalmangel, Dokumentationspflichten und wirtschaftlichem Druck bleibt kaum Zeit, sich grundlegend mit digitalen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Statt Klarheit entstehen Unsicherheit und nicht selten Frust. Neue Systeme werden eingeführt, Schulungen durchgeführt und trotzdem bleibt im Alltag das Gefühl: „Warum machen wir das eigentlich?“

Warum Digitalisierung häufig Widerstand erzeugt

In vielen Projekten beobachte ich ein ähnliches Muster. Die Technik funktioniert, die Einführung ist formal abgeschlossen, doch in der Praxis entstehen Umgehungslösungen, Doppelarbeit oder stille Ablehnung. Digitalisierung wird häufig als IT-Projekt betrachtet. Tatsächlich ist sie jedoch ein umfassender Veränderungsprozess.

Sie betrifft Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten, Kommunikation und Führung. Wenn Pflegekräfte den Nutzen nicht erkennen, entsteht Skepsis. Wenn Ärztinnen und Ärzte nicht in Prozesse eingebunden werden, leidet die Akzeptanz. Wenn Führung keine klare Strategie vermittelt, entstehen Insellösungen.

Digitalisierung scheitert selten an der Software. Sie scheitert an fehlender Klarheit.

Digitale Kompetenz ist keine IT-Spezialisierung

Oft höre ich den Satz: „Ich bin kein IT-Mensch.“ Das müssen Sie auch nicht sein. Es geht nicht darum, Systeme zu programmieren oder technische Details zu beherrschen. Es geht darum, grundlegende Zusammenhänge zu verstehen.

  • Was bedeutet Interoperabilität konkret für unsere Abläufe?
  • Welche Rolle spielt die Telematikinfrastruktur in unserer Organisation?
  • Wann ist der Einsatz von KI sinnvoll – und wann nicht?
  • Wie erkenne ich, ob ein Digitalisierungsprojekt strategisch durchdacht ist?

Wer diese Fragen stellen kann, gestaltet aktiv mit. Wer sie nicht stellen kann, erlebt Veränderung als etwas, das „von außen“ geschieht.

Veränderungsmüdigkeit ernst nehmen und überwinden

Ich nehme in vielen Gesprächen eine gewisse Veränderungsmüdigkeit wahr. Zu viele Projekte, zu wenig Zeit für Erklärung. Digitalisierung wird dann als zusätzliche Belastung empfunden. Dabei kann sie – richtig eingesetzt – Prozesse vereinfachen, Transparenz schaffen und Mitarbeitende entlasten.

Was ich immer wieder erlebe: Sobald komplexe Begriffe verständlich erklärt werden und Zusammenhänge klar werden, verändert sich die Haltung. Aus Unsicherheit wird Interesse. Aus Ablehnung wird Beteiligung. Aus Überforderung entsteht Struktur.

Wissen schafft Sicherheit. Und Sicherheit ermöglicht Gestaltung.

Digitalisierung verstehen – und bewusst gestalten

Genau hier setzt mein Workshop „IT-Wissen für alle: Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich erklärt“ an, den ich gemeinsam mit dem DKI (Deutsches Krankenhaus Institut) anbiete.

In diesem Workshop erhalten Sie einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Wir klären zentrale Begriffe praxisnah und ohne Fachjargon. Sie reflektieren Ihre eigenen Projekte und arbeiten mit einer erprobten Checkliste, mit der Sie Digitalisierungsmaßnahmen künftig strukturiert prüfen können.

Der Workshop richtet sich bewusst an Nicht-IT-Expertinnen und -Experten im Gesundheitswesen: an Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten, Verwaltungsmitarbeitende sowie Führungskräfte.

Ziel ist nicht technisches Detailwissen, sondern strategische Orientierung und praktische Anwendbarkeit für Ihren Klinikalltag.

Wann: Mittwoch, 11. März, 09:00–13:00 Uhr
Wo: online, über Zoom.

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